Logo 1 Martin Monschau, facharzt für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Homöopathie und Chirotherapie Apollinariskirche 1
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Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Was ist traditionelle chinesische Medizin?

Die TCM ist ein jahrtausendealtes, systematisches und differenziertes Medizinsystem, dessen bei uns bekannteste Methode die Akupunktur ist. Darüber hinaus gehören aber auch die Therapie mit Heilkräutern, Diät, spezielle manuelle Therapien (Tuina), Bädertherapie oder auch Qi Gong oder Tai Chi zur TCM.

Während unsere westliche Medizin eher analytisch und symptombezogen ausgerichtet ist, bietet die TCM ein mehr ganzheitliches, energetisches Konzept von Medizin.

Krankheit wird in der TCM als Ergebnis gestörter Energieflüsse verstanden.

Wir im europäischen Kulturkreis, im naturwissenschaftlich-analytischen Denken erzogene Menschen haben oft zunächst Schwierigkeiten, uns in dem sehr komplexen und unserer Denkweise fremden System der TCM zurechtzufinden.

Erschwerend kommt hinzu, dass viele uns bekannte Begriffe wie z.B. Herz, Lunge, Leber, Milz oder auch Blut in der TCM Bedeutungen haben, die weit über unser Verständnis dieser Begriffe hinausgeht oder sogar ganz davon abweichen. Mit Niere ist z.B. nicht nur das uns bekannte Organ gemeint, sondern die Niere ist für die Speicherung der Lebensessenzen (unseres gesamten Entwicklungspotentials) zuständig und beherrscht damit die Fortpflanzung, das Wachstum und die Entwicklung des Individuums.

Außerdem gilt es eine Reihe philosophischer Grundbegriffe (z.B. Konzept von Yin und Yang) zu verstehen und Vorgaben (wie z.B. die Existenz der Lebensenergie Qi) zu akzeptieren, auch wenn sie nicht naturwissenschaftlich beweisbar sind.

Lässt man sich aber auf das "Abenteuer" TCM ein, so entdeckt man eine fremdartige und faszinierende, oft scheinbar widersprüchliche, aber in sich logische Sichtweise des Menschen und seiner Krankheiten. Immer wieder ist man erstaunt, in dieser Welt Erklärungen und auch Therapieansätze für Krankheitsbilder zu finden, für die es in der westlichen Medizin keine Erklärung und somit auch keine ursächlichen Behandlungen gibt.

Die TCM bietet ein hochdifferenziertes Bild der Krankheiten des Menschen, was sich z.B. darin zeigt, dass es für eine westliche Diagnose wie Migräne eine Reihe verschiedener TCM-Diagnosen gibt und somit auch verschiedene Behandlungen. Umgekehrt kann sich ein und der selbe energetische Zustand bei verschiedenen Menschen in vollkommen verschiedenen Krankheitssymptomen äußern.

Was ist Akupunktur?

Man unterscheidet die (klassische, chinesische) Körperakupunktur und neuere Formen, die mit "Mikrosystemen" arbeiten, wie z.B. Ohr- oder auch Schädelakupunktur. Die folgenden Ausführungen beziehen sich im wesentlichen auf die Körperakupunktur.

Die Akupunktur ist eine der Säulen der TCM. Sie ist eine uralte Methode Krankheiten zu beeinflussen, die früher auch bei uns ausgeübt wurde (Es gibt Hinweise, dass bereits "Ötzi" mit Nadeln behandelt wurde). Erste schriftliche Erwähnungen der Akupunktur datieren aus dem 2. vorchristlichen Jahrhundert.

Bei der Akupunktur wird ein energetischer Zustand des Individuums, dessen äußeres Erscheinungsbild ein Krankheitssymptom sein kann, durch Einstechen von Nadeln in bestimmte Punkte des Körpers beeinflusst.

Aus naturwissenschaftlichem Blickwinkel scheint die Akupunktur über bestimmte Reflexmechanismen an den verschiedenen Erfolgsorganen zu greifen. Der Körper-Akupunkturpunkt wurde von dem Anatomen Heine als Durchtrittspunkt eines kleinen Gefäß-Nervenbündels durch die oberflächliche Körperfaszie beschrieben. Letztlich ist der Wirkmechanismus der Akupunktur von wissenschaftlicher Seite aber noch nicht geklärt.

Die meisten Akupunkturpunkte liegen auf den Meridianen, die die Körperoberfläche durchziehen. In ihnen zirkuliert die Lebensenergie Qi. Durch die Akupunktur wird der Fluss des Qi beeinflusst und damit auch die Funktionen der verschiedenen Organe und Gewebe. Jeder Punkt hat seine spezifische Wirkung auf das energetische Gefüge des Individuums. Daher ist vor der Akupunktur die Formulierung einer chinesischen Diagnose wichtig um eine optimale Auswahl der Punkte zu ermöglichen. Zwar gibt es auch Akupunkturpunkt-Kombinationen, die bestimmten westlichen Diagnosen zugeordnet wurden, jedoch kann die Wirksamkeit solcher "Rezepte" geringer sein als die individuelle Punktauswahl.

In Europa werden für die Akupunktur gewöhnlich dünne, sterile Einmalnadeln aus Stahl (selten aus Gold oder Silber) verwendet. Im Regelfall dauert eine Akupunkturbehandlung 20 - 30 min und es werden zwischen 10 und 20 Nadeln gesetzt. Eine Akupunkturserie umfasst je nach Erkrankungsbild 10 - 20 Sitzungen. Die Behandlungsfrequenz liegt bei chronischen Erkrankungen bei 1x pro Woche, bei akuten Erkrankungen auch häufiger. Manchmal ist eine Stimulation der Nadeln durch Drehung mit der Hand oder elektrischen Strom sinnvoll, manchmal auch eine Erwärmung durch das Abbrennen von Moxakraut (Beifußkraut).

Indikationen der Akupunkturbehandlung

Die Indikationsliste der Weltgesundheitsorganisation (WHO) umfasst über 40 Erkrankungen, die mit Akupunktur zu behandeln sind. Die Chinesen behandeln wesentlich mehr Erkrankungen mit Akupunktur.

Die wesentlichen Indikationen für eine Akupunkturbehandlung sind:

Selbstverständlich kann die Akupunktur nicht alle Erkrankungen heilen. Es gibt viele Erkrankungen, bei denen eine "normale" schulmedizinische Behandlung notwendig ist. Bei vielen Erkrankungen kann dann die Akupunktur aber unterstützend eingesetzt werden. Bei wenigen Krankheiten (oder Umständen) sollte keine Akupunktur durchgeführt oder bestimmte Punkte nicht benutzt werden.

Risiken und Nebenwirkungen der Akupunktur

Folgende Reaktionen, die als Teil des letztendlich erwünschten Regulationsvorganges anzusehen sind, können im Zusammenhang mit einer Akupunkturbehandlung auftreten:

Folgende unerwünschte Wirkungen und Komplikationen können auftreten:

Bei Ohrakupunktur mit Dauernadeln müssen diese spätestens nach 7 Tagen entfernt werden.